Erfurter Radverkehrspolitik: "Protected Bike Lane" statt "Pop Up Lane"

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SPD-Stadtratsfraktion fordert geschützte Radfahrstreifen für eine langfristige Verkehrswende


Die Radverkehrsinfrastruktur der Landeshauptstadt Erfurt soll in den kommenden Jahren massiv aus- und umgebaut werden. Dazu wurden in den vergangen Jahren bereits zahlreiche neue Radwege gebaut oder Neumarkierungen von Radfahrstreifen vorgenommen. Dennoch werden viele Strecken aufgrund des Verkehrsaufkommens, trotz vorhandener Schutzstreifen, durch Radfahrerinnen und Radfahrer gemieden.

„Radfahrstreifen schaffen auf unseren Straßen Platz für den Radverkehr, doch sind auf diesen Wegen Konflikte mit dem individuellen PKW-Verkehr alltäglich. Das schränkt die Attraktivität vieler Strecken enorm ein“, teilt SPD-Fraktionsmitglied Martin Kürth mit und fügt weiter an:

„Wo es räumlich möglich ist, sollten Radwege baulich vom motorisierten Verkehr getrennt werden. Die so genannten „Pop Up Lanes“, die beispielsweise in Berlin getestet wurden, zeigen, welchen Effekt die Einrichtung eines Radfahrstreifens oder Radweges direkt vor Ort haben kann.“

Die von der SPD-Fraktion geforderte „Protected Bike Lanes“, also ein geschützter Radstreifen, sollen einen Schritt weiter gehen und langfristig die Attraktivität des Radverkehrs fördern, indem den Menschen durch bauliche Trennung objektive und subjektive Sicherheit vermittelt wird.


Die SPD-Stadtratsfraktion hat aus diesem Grund schon im Februar 2020 ein Antragspaket zur Förderung des Radverkehrs eingebracht, im Rahmen eines Modellversuchs soll dabei u.a. ein geschützter Radstreifen, eine sogenannte „Protected Bike Lane“, realisiert und entsprechende Richtlinie zum Ausbau des Straßen- und Radwegenetzes erarbeitet werden. Dazu soll ein Abschnitt des Erfurter Straßen- und Radwegenetzes ausgewählt und unter wissenschaftlicher Begleitung untersucht werden, um Auswirkungen, z.B. auf die Attraktivität der Radroute bzw. des Radnetzes, zu prüfen, bevor die „Protected Bike Lanes“ flächendeckend eingeführt werden.


„Wichtig ist es zu betonen, dass wir keine bauliche Trennung auf Kosten der Gehwege und Grünstreifen wünschen. Vielmehr bedarf es, wo möglich, einer Neuaufteilung des Verkehrsraumes.“, so Martin Kürth.


Zudem wurde die Verwaltung in einem weiteren Antrag der SPD-Fraktion bereits aufgefordert,
den vorhandenen Straßenraum aus der Sicht des Radverkehrs zu denken. Hier bei soll
geprüft werden, wo durch Neuaufteilung des vorhandenen Straßenraums, zugunsten des
Radverkehrs, Lückenschlüsse im Radwegenetz oder Neugestaltungen von Radwegen möglich
sind. SPD-Stadtrat Martin Kürth dazu abschließend:


„Es geht um ein Umdenken, aber nicht generell gegen den Autoverkehr, sondern systematisch.
Eine mögliche ‚Teststrecke‘ ist zum Beispiel die Frankebrücke, die sich am gelungenen
Beispiel der Löberstraße orientieren kann.“


Martin Kürth
SPD-Fraktion
Mitglied im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bau, Umwelt und Klimaschutz / Liegenschaften

 
 
 

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